KfW-Kredit und Anschlussfinanzierung: Was am Ende der Zinsbindung passiert
Viele Baufinanzierungen bestehen aus zwei Teilen: einem Bankdarlehen und einem KfW-Kredit, zum Beispiel aus dem Wohneigentumsprogramm 124. Wenn die Zinsbindung des KfW-Teils endet, stellt sich die Frage: Weiter bei der KfW oder ablösen? Hier steht, wie das Prolongationsangebot abläuft, wann du kostenlos aussteigen kannst und warum zwei unterschiedliche Enddaten eine Falle sein können.
Alle Zinsangaben sind beispielhaft und beschreiben den Markt zum genannten Datum.
Was am Ende der KfW-Zinsbindung passiert
Die KfW vergibt ihre Kredite nicht direkt, sondern über deine Bank, die sogenannte durchleitende Bank. Läuft die Zinsbindung aus und ist der Kredit noch nicht vollständig getilgt, macht die KfW deiner Bank rechtzeitig ein Prolongationsangebot. Deine Bank gibt es an dich weiter. Du musst also nicht selbst bei der KfW anfragen, solltest das Schreiben aber im Blick behalten.
Wichtig: Am Ende der Zinsbindung kannst du den KfW-Kredit ganz oder teilweise kostenlos zurückzahlen, sofern du vorher keine Verlängerung vereinbart hast. Das ist der Moment, in dem du frei entscheiden kannst.
Warum die Förderung dann vorbei ist
Der Zinsvorteil eines Förderkredits gilt nur für die erste Zinsbindung. Das Anschlussangebot der KfW richtet sich nach den dann aktuellen Marktbedingungen. Ein Beispiel für die Größenordnung: Das Wohneigentumsprogramm 124 lag am 14.09.2026 bei 4,42 Prozent Sollzins für zehn Jahre Zinsbindung und damit über dem Marktzins für ein normales Bankdarlehen mit niedriger Beleihung (3,90 Prozent am 10.09.2026). Ein KfW-Anschlussangebot ist deshalb nicht automatisch günstig, nur weil es von der KfW kommt.
Deine Optionen: weiter bei der KfW oder ablösen
| Option | So läuft es | Passt, wenn |
|---|---|---|
| KfW-Angebot annehmen | Neuer Zins über deine Bank, Laufzeit läuft weiter | der Zins marktgerecht ist und du keinen Aufwand willst |
| Aus Rücklagen tilgen | Restschuld ganz oder teilweise kostenlos zurückzahlen | du Rücklagen hast, die mehr als den Darlehenszins kosten würden |
| Durch Bankdarlehen ablösen | Eine Bank finanziert den KfW-Rest, oft zusammen mit dem Hauptdarlehen | das Bankangebot günstiger ist oder beide Teile zusammengeführt werden sollen |
| Während der Zinsbindung aussteigen | Nur gegen Vorfälligkeitsentschädigung | fast nie sinnvoll, außer beim Verkauf |
Die allgemeinen Wege der Anschlussfinanzierung mit Zeitplan stehen im Artikel „Anschlussfinanzierung 2026“.
Die Falle: zwei Darlehen, zwei Enddaten
Häufig wurde das Bankdarlehen mit zehn oder fünfzehn Jahren gebunden und der KfW-Kredit mit einer anderen Zinsbindung. Dann endet ein Teil früher als der andere. Das hat drei Folgen:
- Getrennte Termine. Du musst zweimal über eine Anschlussfinanzierung entscheiden, und für kleine Restbeträge machen manche Banken schlechtere Angebote.
- Bankwechsel schwieriger. Solange das Hauptdarlehen noch läuft, steht die Grundschuld dieser Bank im Grundbuch. Eine neue Bank kann den KfW-Rest dann oft nur nachrangig absichern, das kostet Zins.
- Chance zum Zusammenlegen. Endet der KfW-Teil kurz vor dem Hauptdarlehen, kann ein Forward-Darlehen beide Teile zu einem gemeinsamen Termin zusammenführen.
Tipp: Schau jetzt in beide Darlehensverträge und notiere die Enddaten der Zinsbindung nebeneinander. Liegen sie mehr als ein Jahr auseinander, lohnt es sich, frühzeitig einen gemeinsamen Plan zu machen.
Rechenbeispiel: KfW-Rest ablösen
Angenommen, vom KfW-Kredit sind 60.000 Euro offen. Die KfW bietet einen Anschlusszins in Höhe des Programmzinses an, eine Bank 3,90 Prozent. Beide mit 2 Prozent Tilgung.
| Anschluss zu 4,42 % | Bankdarlehen zu 3,90 % | |
|---|---|---|
| Monatliche Rate | 321 € | 295 € |
| Unterschied pro Jahr | rund 312 € weniger |
Beispielrechnung, monatliche Annuität, Zinssätze beispielhaft, Stand 14.09.2026. Das tatsächliche KfW-Anschlussangebot kann abweichen.
Bei kleinen Restbeträgen fallen die Kosten einer Grundschuldabtretung stärker ins Gewicht. Rechne deshalb immer beides: Zinsersparnis über die ganze Zinsbindung gegen die einmaligen Wechselkosten. Und prüfe, ob eine Sondertilgung aus Rücklagen den KfW-Rest nicht einfach ganz erledigt.
Selbst rechnen: Der Anschlussfinanzierung-Rechner funktioniert auch für den KfW-Teil. Trag einfach die Restschuld des KfW-Kredits ein.
Häufige Fragen kurz beantwortet
Kann man den KfW-Kredit verlängern?
Ja. Ist der Kredit am Ende der Zinsbindung noch nicht getilgt, macht die KfW über deine Bank ein Prolongationsangebot zu den dann aktuellen Konditionen. Die ursprüngliche Förderung mit Zinsvorteil gilt dafür nicht mehr.
Was passiert nach 10 Jahren Zinsbindung bei der KfW?
Du bekommst über deine Bank ein Anschlussangebot der KfW. Du kannst es annehmen, die Restschuld ganz oder teilweise kostenlos zurückzahlen oder den Rest durch ein Bankdarlehen ablösen, sofern du vorher keine Verlängerung vereinbart hast.
Wie hoch ist der aktuelle KfW-Zinssatz?
Das Wohneigentumsprogramm 124 lag am 14.09.2026 bei 4,42 Prozent Sollzins für zehn Jahre Zinsbindung. Die KfW passt ihre Konditionen regelmäßig an, der aktuelle Stand steht auf kfw.de.
Kann ich den KfW-Kredit kostenlos ablösen?
Zum Ende der Zinsbindung ja, ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Während der laufenden Zinsbindung ist ein Ausstieg nur gegen eine Entschädigung möglich.
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Stand: 15. September 2026. Quellen: KfW (Merkblatt Wohneigentumsprogramm 124/134, Konditionen Programm 124, Stand 14.09.2026), Interhyp (Marktzinsen, Stand 10.09.2026), Verivox und Finanztip (Kosten der Grundschuldabtretung). Alle Zinssätze sind beispielhaft und ohne Gewähr. Das konkrete KfW-Anschlussangebot richtet sich nach den Konditionen zum Ende deiner Zinsbindung.
